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Interview zu HeadStat mit Gregor Widhalm

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Interview zu HeadStat mit Gregor Widhalm

Was ist Headstat?

HeadStat ist ein System, das mein Kollege Andreas Fußthaler und ich im Zuge unserer Diplomarbeit entwickelten. Primär befasst sich die Arbeit mit Kopfverletzungen im American Football und bietet eine Möglichkeit für das Personal und den Trainer des jeweiligen Teams, eine medizinische Prognose abgeben zu können. Das Problem bei Kopfverletzungen im American Football ist jenes, dass der Großteil der schwerwiegenden Verletzungen wie leichte Schädel-Hirn-Traumata und Gehirnerschütterungen meist nicht erkannt und somit auch nicht behandelt werden. Darum war es uns wichtig ein System zu entwickeln, welches Aufschluss über den Schlag gegen den Kopf des Spielers gibt.

Wie ist das Projekt enstanden?

Durch den direkten Bezug zum American Football durch die Mostviertel Bastards war es kein Zufall, dass wir ein derartiges Projekt ins Leben gerufen haben. Zudem wurden zur Zeit der Ideenfindung Statistiken veröffentlicht, welche besagen, dass rund 43 Prozent der Ex-NFL Profis an Spätfolgen leiden, die Großteils auf die fehlende Behandlung der Kopfverletzungen zurückzuführen sind. Diese Fakten trugen mit dazu bei unserer Idee umzusetzen.

Wer ist an HeadStat beteiligt?

Das Projektteam besteht aus meinem Kollegen Andreas Fußthaler und mir, Gregor Widhalm. Wie zuvor erwähnt handelte es sich beim Projekt um eine Diplomarbeit. Dabei wurden wir tatkräftig von unseren Betreuern Mag. Sandra Handlgruber und DI Stefan Zauner unterstützt. Des Weiteren war die IT-HTL Ybbs maßgeblich an unserem Erfolg beteiligt, da die gesamte Arbeit von unserer Ausbildungsstätte finanziert wurde.

Warum HeadStat, warum einen Helmsensor?

Den Grund, warum man unser System einsetzen sollte, habe ich zuvor kurz erwähnt. Es handelt sich um möglicherweise auftretende Spätfolge, welche durch Früherkennung einer enormen Krafteinwirkung am Kopf des Spielers, vermieden werden können. Des Weiteren bietet das System im Form eines Helmsensors die beste Möglichkeite, das Ganze auch gleich am Spielfeld im Helm eines Spielers einzusetzen.

Welches Ziel wird mit HeadStat verfolgt, was wollt ihr erreichen?

Mit unserem System wollen wir erreichen, dass sich jeder Spieler vor derartigen Spätfolgen schützen kann, wenn er dies möchte. Es soll zudem nicht vom finanziellen Budget des Vereins abhängig sein. Darum bemühten wir uns bei der Entwicklung unseres Systems die Gesamtkosten so gering als möglich zu halten, um den Einsatz in jeder Spielklasse zu ermöglichen.

Wurden mit HeadStat schon technische Preise gewonnen?

Mit unserer Diplomarbeit HeadStat konnten wir uns für das Halbfinale des Jugendinnovativ Wettbewerbes qualifizieren. Im Zuge des Halbfinalevents, welches für die Bundesländer Nieder- und Oberösterreich in Braunau am Inn stattfand, durften wir unser Projekt an einem Messestand interessierten Besuchern vorstellen. Da wir zudem die Jury mit dem von uns eingereichten Projektbericht überzeugen konnten, wurden während dieses Events zum 30. Bundesfinale des Jugendinnovativ Wettbewerbs eingeladen.
Dieses Bundesfinale fand von 31. Mai bis 2. Juni in Wien statt. Auch beim Final-Event konnten wir unser System an einem Messestand den Besuchern und einer Fach-Jury vorstellen und konnten dabei den Sieg der Kategorie Engineering erlangen.

Gibt es zukünftige Bewerbe, an denen ihr teilnehmen werdet?

Beim Bundesfinale des Jugendinnovativ Wettbewerbes wurde uns zudem ein internationaler Reisepreis zum European Contest for Young Scientists verliehen. Dahingehend werden wir unser Projekt vom 22. bis 27. September in Estlands Hauptstadt Tallinn vorstellen.

Da HeadStat in Form der Diplomarbeit zustande kam: gibt es eine Zukunft für HeadStat nach der Diplomarbeit?
(Wird es weiterentwickelt, verkauft, etc.)

Da es für uns sehr wichtig ist, dass das Produkt HeadStat für jeden Spieler verfügbar ist und weil es uns ein besonderes Anliegen ist, dass das System stetig weiterentwickelt und somit verbessert wird, haben wir uns dafür entschieden HeadStat als Open-Source-Projekt zu veröffentlichen. Demnach wird die gesamte von uns getätigte Arbeit (Source Code, 3D-Konstruktionen, Schaltpläne, …) online frei zur Verfügung gestellt.

Welche Nicht-Beteiligten möchtet ihr besonders danken?

Großer Dank gilt an dieser Stelle dem gesamten Verein der Mostviertel Bastards, die uns den ersten Echteinsatz während eines Spieltags ermöglichten. Allen voran möchte ich mich beim Obmann Andreas Baumann, dem Headcoach Alexander Bauer und Linebacker Fabian Kovac für die hervorragende Zusammenarbeit bedanken.

2017-07-04T10:39:00+00:00 21.06.2017|Kategorien: Kampfmannschaft, News|